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Offene Werkstätten – Paradiese für alle Selbermacher

Kaufen war gestern! Selbermachen ist angesagt, ob nun Möbel, Klamotten oder Schmuck. Selbermachen ist individuell, meistens nachhaltig und bringt jede Menge Spaß. Anleitungen gibt es zu allen möglichen Themen in Hülle und Fülle, zum Beispiel auf all den bekannten Video-Portalen.

Hobelbank im Makerspace Leipzig

Der Gordische Knoten

Trotzdem hat die Sache einen Haken. Genauer gesagt, drei. Oft fehlt ein geeigneter Arbeitsplatz, das passende Werkzeug und/oder das nötige Fachwissen.

Eine goldene Regel des Selbermachens scheint zu lauten, dass man ausgerechnet das Werkzeug, das man gerade braucht, nicht hat. Und selbst wer eine gut ausgerüsteten Hobby-Werkstatt sein eigen nennt, ist damit nicht alle Sorgen los. Eine zwei Stunden laufende Kreissäge bringt bei den Nachbarn bestimmt keine Sympathiepunkte. Und auch das professionellste Werkzeug nützt sowieso nichts, wenn man nicht damit umzugehen weiß.

Die Lösung all dieser Probleme lautet: Mitglied in einer Offenen Werkstatt werden. DIE Anlaufstation für Selbermacher in unserer Stadt ist zweifellos der Makerspace Leipzig. Auf 370 m² findet Ihr alle möglichen Maschinen und Werkzeuge, von der Stecknadel bis zur Formatkreissäge nebst passender Absaugung. Noch beeindruckender ist das Wissen, das die Mitglieder in die Gemeinschaft einbringen. Von der gelernten Schneiderin über den Robotik-Fachmann bis hin zum Tischlermeister wimmelt es nur so vor Auskennern, die Freude daran haben, ihr Wissen weiterzugeben und bei Problemen zu helfen.

Das Video hat zwar schon einige Monate auf dem Buckel, veranschaulicht aber immer noch sehr ansprechend die Kerngedanken eines Makerspaces (und nicht nur des Leipziger). Und geschmunzelt darf auch werden.

Das muss doch eine Menge kosten, oder?

Ein Merkmal fast aller Offener Werkstätten ist, dass sie gemeinnützig betrieben werden und somit nicht vorrangig auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind. Daraus resultieren meist moderate Gebühren für eine Mitgliedschaft. Im Makerspace Leipzig belaufen die sich auf nicht einmal 30 Euro pro Monat. Für diesen Betrag kann man kommerzielle Werkstätten vielleicht eine oder zwei Stunden mieten. Im Gegenzug leben solche Projekte extrem vom Engagement der Mitglieder. Jedes Mitglied kann und sollte sich also einbringen und sein Arbeitsumfeld mitgestalten. Nicht ohne Gründe lautet der Wahlspruch: Der Makerspace ist, was Ihr daraus macht!

Werkstatt für Alle(s)

Und auch ein weiteres Motto, „Werkstatt für Alle(s)“, ist gar nicht so sehr übertrieben. Denn dass viele verschiedene Gewerke unter einem Dach vereint sind, ist eine weitere Besonderheit offener Werkstätten. Entsprechend lang kommt die Liste der Teil-Werkstätten im Makerspace daher: Holz, Metall, Elektronik, Keramik, Beton, Upcycling, Textil, Papier, demnächst auch Siebdruck.

Ein weiterer Pluspunkt sind die vielen Workshops, bei denen man sich zu verschiedenen Themen Grundlagen aneignen und sich inspirieren lassen kann. Und sie eignen sich auch bestens, mal in den Makerspace reinzuschnuppern. Ganz gleich, ob Ihr schon immer mal Flaschen in Trinkgläser umwandeln oder das Löten lernen oder mit Beton hantieren oder Schmuck aus Holz herstellen wolltet – die Antwort lautet immer Makerspace Leipzig. Um an den Workshops teilzunehmen, muss man noch nicht mal einmal Mitglied sein. Allerdings gibt es die Kurse nicht für lau (kosten für Mitglieder aber rund 20% weniger).

Und wer unglücklicherweise nicht in Leipzig wohnt?!

Wer nicht das Glück hat, in Leipzig zu wohnen, muss darum noch lange nicht auf eine offene Werkstatt verzichten. In den meisten großen deutschen Städten laufen ähnliche Projekte. Als Beispiele seien genannt das Eigenbaukombinat in Halle (Saale), die Dingfabrik in Köln und das Werkhaus in Potsdam. Eine mehr oder weniger vollständige Übersicht bietet der Verbund Offener Werkstätten.

Ihr seht, es gibt keine Ausreden mehr für Eure dahinschlummernden Projektideen. Auf geht´s!

Als Rausschmeißer noch ein wirklich cool gemachtes Video von nerdzigTV über die erste Geburtstagsfeier des Makerspaces im April 2016.

Nachwort in eigener Sache

Ich bin durchaus stolz darauf, seit dem allerersten Treffen im März 2014 zum Makerspace zu gehören, dass ich ihn mit den Anderen zusammen planen und aufbauen durfte. Ich habe alle Höhen und Tiefen in der ersten Reihe miterlebt und kann sagen, dass der Makerspace Leipzig für mich eine Herzensangelegenheit darstellt. Seit ziemlich langer Zeit kümmere ich mich vorrangig ums Marketing und bin einer von insgesamt drei Koodinatoren („Geschäftsführern“). Wenn Ihr irgendeine Frage zum Projekt habt, bin ich gewiss nicht der schlechteste Ansprechpartner. 😉

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