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verschiedene Leimsorten

Leim! Der richtige Klebstoff für Euren Schmuck (oder Omas Kaffeekanne)

Gibt es den ultimativen Leim für Alles?

Was denkt Ihr, wie viele Sorten handelsüblichen Leim es gibt? Ich habe keine Ahnung, glaube aber an eine hohe dreistellige Zahl. Für den allgemeinen Hausgebrauch reicht in den meisten Fällen ein Universalkleber vollkommen aus. Aber wenn es besonders fest kleben soll, die Belastungen unterschiedlich sind (Feuchtigkeit, Hitze, Zugkräfte) oder die Anwendungsgebiete etwas spezieller werden (verschiedene Materialien), ist bei so viel Auswahl guter Rat teuer. Den einen Leim, der für alles Mögliche die erste und beste Wahl ist, gibt es leider nicht.

Ihr könnt Euch natürlich unter Freunden oder Kollegen umhören, welche Kleber die verwenden. Erfahrung schlägt Theorie. Aber vermutlich habt Ihr bei drei befragten Personen fünf Meinungen. Oder Ihr zieht Euch auf youtube unzählige Videos zum Thema rein. Eine weitere Möglichkeit sind Angebote wie der „interaktive Klebeberater“ auf den Seiten von uhu.com. Wirklich zufriedenstellend finde ich dabei aber weder die Auswahlkriterien, noch die Ergebnisse.

So klebt(e) Werkstatt 11

Holz und Metall klebenIch hatte für meinen Holzschmuck anno dazumal selbst etwas experimentiert und war beim Sekundenkleber von UHU hängengenlieben. Dabei verwende ich keine Tube, sondern eine Dosierflasche. Mit der lässt sich die kleine Menge Klebstoff wunderbar punktgenau auftragen und das Zeug muss nicht stundenlang angepresst werden. Die Liste der getesteten Klebstoffe war aber zugegebenermaßen sehr übersichtlich. Um 40 oder mehr Produkte zu testen, fehlten mir Zeit, Geld und in dem Fall auch die Lust.

Meine Werkstatt verlässt kein Ohrstecker, den ich nicht darauf geprüft habe, ob die Teile auch wirklich fest zusammenkleben. Meist habe ich nach dem Test Abdrücke in den Fingerkuppen. Trotzdem passiert es in Ausnahmefällen, dass sich die Teile nach längerem und intensiven Gebrauch (Sind halt oft Lieblingsstücke.) lösen. Das ist verständlicherweise äußerst ärgerlich. Nicht nur für die Käuferin, sondern auch oder sogar erst recht für mich als Hersteller. Auch solche Ausnahmefälle lassen sich nicht mit meinen Ansprüchen an meinen Schmuck vereinbaren.

Fragt doch einfach die Experten!

Auf der Suche nach möglichen Verbesserungen stellte sich zwangsläufig die Frage nach Klebstoffen, die doch oder noch besser geeignet sind. Da wäre es schön, wenn man jemanden fragen könnte, der wirklich vom Fach ist und sich besonders gut mit dem Thema auskennt.

Beim Forschen nach einem solchen Experten bin ich auf die Website „Was klebt was?“ gestoßen. Dort kann man über ein Formular sein Projekt genau beschreiben und Kontaktdaten hinterlassen. Ein „Anwendungstechniker“ schaut sich das Problem an und meldet sich per Email oder Telefon oder per Kommentar – völlig kostenfrei. In meinem Fall hat es keine Stunde bis zu einem Rückruf gedauert. So etwas von kompetenter und ausführlicher Beratung habe ich selten erlebt. Mit etwas weniger Glück bekommt man einen Vorschlag per Email oder direkt unter sein „Klebeprojekt“ gepostet. In den meisten Fällen vermutlich zusammen mit einem Link zum entsprechenden Produkt eines Shops. Aber das finde ich fair und vor allem transparent.

Was hat es mir gebracht?

Das Ergebis sieht so aus, dass der Sekundenkleber für meinen Schmuck gar nicht so geeignet ist, wie ich nach meiner Testreihe immer gedacht oder vielleicht auch nur gehofft hatte. Wie hat es der Klebstoffexperte nach einer ganzen Reihe von Argumenten etwas überspitzt zusammengefasst: „Was schnell klebt, löst sich auch schnell wieder.“ Ganz so ist es ja zum Glück nicht. Aber in Zukunft verwende ich den UHU Plus 300 endfest, auch wenn der als Zwei-Komponenten-Kleber etwas aufwändiger zu handhaben ist.

Wie und womit klebt Ihr?

Welchen Leim verwendet Ihr für Schmuck? Habt Ihr Geheimtipps, auf die Ihr schwört? Wie sehen Eure Erfahrungen mit den Belastungen des Alltags aus?

Anmerkung: Es versteht sich zwar von selbst, aber um auch das kleinste Missverständnis auszuschließen, sei betont, dass ich in keinerlei Verbindung zu UHU oder den Betreibern der Seite „Was klebt was?“ stehe. Und schon gar nicht bekomme ich irgendetwas für diesen Artikel.

Leim! Der richtige Klebstoff für Euren Schmuck (oder Omas Kaffeekanne)
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2 Kommentare

  1. Ich benutze von Pattex das 100% Repair Gel. Ich habe damit erfolgreich den zerbrochenen Kristall-Delphin meiner Tochter geklebt. Das Gel füllt auch feine Risse, so dass auch keine scharfen Kanten zurückbleiben. Bisher bin ich damit absolut zufrieden.

    • Hallo Diana.

      Vielen Dank für Deinen Kommentar. Für so eine Reparatur klingt ein solches Repair Gel auch sinnvoll. Und die Klebekraft von Pattex ist ja schon sprichwörtlich (auch wenn daran das entsprechende Marketing einen gewissen Anteil hat).

      Der UHU-Konfigurator hatte mir repair all powerkitt vorgeschlagen. Das ist eine Art Knetmasse und kann für meine Zwecke nicht der richtige Kleber sein. Als Alternative wurde unter Anderem der Sekundenkleber genannt. Aber von dem will ich aus genannten Gründen ja gerade weg.

      Pattex hat leider keinen solchen Konfigurator. Sonst hätte ich den auch verlinkt.

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