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Juewlierladen

Schmuck in Prag – ein kleiner Reisebericht

Gleich vorweg: Wir haben nicht einmal ansatzweise alles gesehen, was das schöne Prag in Sachen Schmuck zu bieten hat. Eher einen Ausschnitt von den Ecken, in denen man sich als Touri üblicherweise herumtreibt. Aber schon das war interessant und aufschlussreich genug. Also lasst Euch von mir mitnehmen auf eine kleine Schmuck-Reise durch die alten Gassen Prags.

Bei Schmuck in Prag gibt es zwei große Themen: Schmuck aus böhmischen Glas und solchen mit rotem Granat, den man inoffiziell getrost als den nationalen tschechischen Schmuckstein bezeichnen darf. Sein intensives Rot hat ja auch was Anziehendes.

Einer der vielen Läden mit Granat-SchmuckLäden mit Granat-Schmuck gibt es mehr, als ich zählen konnte. Vielleicht liegt es an diesem Überangebot, dass trotz Touristen-Gedränges auf den Straßen viele Läden recht leer waren. Ebenso gemeinsam hatten viele Geschäfte, dass hinter der Theke offensichtlich gelangweilte Verkäuferinnen mit ihrem Handy beschäftigt waren.

Trotzdem: Wer Schmuck der Kategorie „typisch Prag“ erwerben möchte, liegt bei Granat richtig. Die Preise sind moderat. Besonders originelle Ausführungen sollte man zumindest bei den Läden im touristischen Zentrum aber nicht erwarten. Wenn ich etwas übertreiben darf, gilt: Kennt man einen, kennt man alle. Ändert nichts daran, dass ich mich immer wieder an der knalligen Farbe erfreut habe.

Auch wenn sich das finanzielle Risiko in engen Grenzen hält, sollte man nicht völlig blauäugig kaufen. Vor einigen Jahren gingen öfter Meldungen durch die Presse, dass Prager Juweliere in erschreckendem Ausmaß minderwertige oder gar falsche Granate in Umlauf gebracht haben. Ob das Problem immer noch besteht, entzieht sich trotz Nachforschungen meiner Kenntnis.

Nicht ganz so oft wie Granate, aber trotzdem auffallend häufig sind Bernsteine in allen Größen und Formen in den Auslagen zu finden. Das mag auf den ersten Blick etwas verwundern, weil man bei Bernstein meist an die Nord- und Ostsee denkt. Aber Bernsteine kommt nicht nur an den Küsten vor, sondern wird auch im Binnenland abgebaut.

Selbstverständlich findet man im Zentrum auch Juweliere der gehobenen Preisklasse. In deren Schaufenster kann man beeindruckende Legierungen und Karatzahlen nachlesen, aber selten Preise. Mehr musste ich als „Standard-Touri“ über die Preisklasse nicht wissen. Mit genug Fachwissen und dem nötigen Kleingeld kann man aber sicher auch hier den einen oder anderen vergleichsweise günstigen Kauf tätigen – dem günstigen Kurs von Euro zur tschechischen Krone sei Dank.

Das ehemalige Böhmen ist schon seit Jahrhunderten für sein Glas berühmt. Den typisch böhmischen Glasschmuck findet man zumeist nicht in klassischen Schmuckläden. Für Glaserzeugnisse findet man zahlreiche Läden, die sich auf den Handel mit Erzeugnissen aus böhmischem Glas spezialisiert haben. Das Angebot reicht von schicken Schlüsselanhängern über Ohrhänger zwischen 10 und 30 Euro bis hin zu ausgesprochenen Kunstgegenständen im hohen dreistelligen Bereich.

Schicker Schmuckladen für GlasEinen sehr hübschen Laden für handgemachten Glasschmuck haben wir etwas abseits der ärgsten Touristenströme gefunden. In einem atmosphärischen Gewölbe im Eingangsbereich einer alten Kirche liegt die Galerie mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Namen „AleAle„. Die altehrwürdigen Mauern sind wie dafür gemacht, wertigen Schmuck zu präsentieren. Gefallen hat mir auch, dass auf einem Bildschirm Videos präsentiert werden, die zeigen, wie zum Beispiel die beliebten Glasperlen hergestellt werden. Für ein Paar Ohrhänger mit solchen Glasperlen an 925er Silber sollte man schon 30 bis 40 Euro einplanen. Allerdings wird man den Laden wahrscheinlich nicht mit dem Gefühl verlassen, zu viel bezahlt zu haben.

Schmuckhändler auf der KarlsbrückeSelbstverständlich darf in einem Reisebericht zu Prag die Karlsbrücke nicht fehlen. Dort gibt es – für mich durchaus etwas überraschend – nicht den Plunder „made in China“, den zahlreiche Souvenirgeschäfte den Toris andrehen wollen. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf „ehrlichem“ Kunsthandwerk, wie es mir aus verständlichen Gründen besonders sympathisch ist. Bisweilen kann man dem einen oder anderen Kunsthandwerker dabei zuschauen, wie er hinter seinem Stand Schmuck herstellt. Und sich so überzeugen, dass es sich tatsächlich um Handarbeit handelt. Die Preise beginnen oft deutlich unter 10 Euro und liegen somit in der Kategorie „gesehen – gefällt – gekauft“. Auch wir sind nicht „unbeschadet“ davongekommen.

Ohrhänger aus Metall von der KarlsbrückeKlassische Cabochons sucht man auf der Karlsbrücke vergeblich. Stark vertreten ist hingegen Metall in mehr oder weniger klaren geometrischen Formen, gern auch gemixt mit anderen, farbenfrohen Materialien, zum Beispiel einheimischen Halbedelsteinen.

Zu meinem persönlichen Bedauern habe ich auf unseren Streifzügen durch Prag nirgendwo schönen Holzschmuck entdecken können, noch nicht einmal in einem Laden mit dem klingenden Namen „Czech Wooden Products“. Der bot vorwiegend „Industriekunst“ statt Kunsthandwerk.

Wart Ihr schon einmal in Prag? Falls ja, wie hat es Euch gefallen? Findet Ihr so kleine Reiseberichte überhaupt interessant?

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